Worte aus der Stille
Gespräche und nonduale Meditationen mit Ahlaad über Achtsamkeit und das Wesen des Seins. Nähere Infos und Meditationsangebote siehe www.rfbs.ch
Episodes
Sunday Jun 15, 2025
Gedanken zum 1. Ochsenbild: "Den Ochsen suchen"
Sunday Jun 15, 2025
Sunday Jun 15, 2025
Die Zehn Ochsenbilder sind eine alte Zen-buddhistische Allegorie aus dem 12. Jahrhundert, die den spirituellen Weg mittels Tuschzeichnungen und kunstvollen Texten beschreibt. Dabei geht es nicht bloss darum intellektuell zu verstehen, sondern Text und Bilder in seine eigenen Erfahrungen einliessen und wirken zu lassen.
Der Text handelt von der Suche nach einem Ochsen, wobei der Ochse das Symbol dessen ist, wonach wir im Leben suchen. Ahlaad interpretiert das erste Bild als Darstellung einer einsamen Person, die sich im Suchen verliert. Eine wichtige Erkenntnis von Ahlaad, die er von einem seiner Lehrer lernte, ist die Aufforderung, mit dem Suchen aufzuhören.
Das Suchen selbst wendet uns vom Wesentlichen ab, das immer vorhanden ist und nicht gefunden werden muss. Diese Abkehr vom Offensichtlichen führt zur Trennung des "Ichs" von allem anderen ist.
Thursday Jun 12, 2025
Meditation: "Es gibt nichts mehr zu suchen"
Thursday Jun 12, 2025
Thursday Jun 12, 2025
Diese Meditation leitet die ZuhörerInnen durch eine meditative Übung, die sich auf die Vollständigkeit des gegenwärtigen Moments konzentriert. Die Anleitung ermutigt dazu, die Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu erkennen, dass der aktuelle Augenblick bereits komplett ist und nichts hinzugefügt oder weggenommen werden muss. Es wird betont, dass nichts zu tun oder zu suchen ist, um diesen Zustand zu erreichen, und dass Existenz von selbst geschieht. Die Übung beinhaltet auch das halb-Öffnen der Augen, um zu zeigen, dass die Vollständigkeit des Moments auch mit visuellen Eindrücken erhalten bleibt. Ziel ist es, die Erkenntnis der Gegenwärtigkeit im Alltag beizubehalten.
Thursday Jun 05, 2025
Gespräch: "Meinungen sind nicht die Wahrheit"
Thursday Jun 05, 2025
Thursday Jun 05, 2025
Zu verstehen, dass unsere Überzeugungen und Meinungen Konstruktionen und keine absolute Wahrheit sind, erlaubt uns, sie weniger ernst zu nehmen und flexibler zu sein. Das Bewusstsein darüber, dass sie übernommen wurden und nicht die Wahrheit darstellen, hilft uns, unser eigenes Weltbild nicht als alleinige Wahrheit zu betiteln und fremde Weltbilder zu verstehen. Indem wir uns in der Meditation als stille, friedliche Stille ohne Meinungen erfahren, lösen wir uns von der Identifikation mit der Persönlichkeit und ihren Überzeugungen. Wir können Ansichten mit einer innerer Distanz betrachten und sie nicht mehr so wichtig nehmen. Dies fördert Grosszügigkeit, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit und kann helfen, uns nicht auf Ansichten zu verhärten und besser mit Menschen unterschiedlicher Meinungen umzugehen, was potenziell gesellschaftlicher Spaltung entgegenwirken kann.
Thursday Jun 05, 2025
Meditation: "Das stille Sein sein"
Thursday Jun 05, 2025
Thursday Jun 05, 2025
Schritt 1: Vorbereitung und Hinwendung zum Spüren. Du setzt dich bequem hin, schliesst die Augen und spürst, was passiert, wenn sich dein Körper nicht bewegt und keine visuellen Reize verarbeitet werden.
Schritt 2: Loslassen und Reduktion. Du lässt alle Ansprüche, Forderungen, Erwartungen, inneren Kommentare und das Denken los. Das sensorische und nervöse System fährt auf ein Minimum herunter, bis nur noch stilles, friedliches Sein übrig bleibt.
Schritt 3: Ausdehnen und Verweilen. Du beobachtest, wie sich dieses Sein ausdehnt und den Erfahrungsraum füllt, bis alles andere verschwindet. In diesem stillen, friedlichen Sein verweilst du dann für etwa 10 Minuten.
Schritt 4: Bewusster Übergang. Du öffnest die Augen langsam. Dabei versuchst du weiterhin, dieses Sein, diesen Raum des Seins, in dem die Realität erscheint, zu sein, anstatt in den Körper oder die Person zurückzufallen. Du erlebst diesen Übergang ganz bewusst.
Thursday May 29, 2025
Gespräch über die Narzistische Kränkung aus nondualer Sicht
Thursday May 29, 2025
Thursday May 29, 2025
Hier sind die vier wichtigsten Punkte der Bemerkungen:
1. Das Kernproblem: Identifikation mit der Persönlichkeit (Maske und darunterliegendes Gesicht). Aus meditativer, non-dualer Sicht fusst die "narzisstische Kränkung" primär auf der Identifikation mit der Persönlichkeit. Wir tragen eine soziale Maske – ein angeeignetes, oft als perfekt dargestelltes Selbstbild – um ein darunterliegendes Gefühl der Unvollkommenheit und Verletztheit zu verbergen. Die Narzisstische Kränkung ist das schmerzhafte Erleben, wenn diese Maske bedroht ist und das dahinterliegende Gesicht sichtbar zu werden scheint.
2. Die Reaktion: Verteidigung und Strategien wie Gaslighting. Wenn die Maske in Gefahr ist, reagiert die Persönlichkeit meist mit Aggression und Wut, um sich zu verteidigen. Dies geschieht "bis aufs Blut", weil das Auflösen der Maske als lebensbedrohlich empfunden wird. Gaslighting ist eine Strategie, oft ein Missbrauch von Beziehung oder Macht, um abzulenken und die eigene Schwäche (die verletzte Persönlichkeit) zu verbergen. Beispiele sind das Leugnen der Realität ("Das stimmt gar nicht, du hast eine falsche Wahrnehmung") oder die Opferumkehr ("Wieso reagierst du so empfindlich? Wenn du nicht so empfindlich wärst...").
3. Deine wahre Natur: Friedliche Stille und absolute Sicherheit. Die fundamentale Erkenntnis ist, dass du weder die Maske noch das darunterliegende Gesicht bist. Beides sind nur Teile der Persönlichkeit. Du bist im Wesenskern friedliche Stille, und diese Stille ist ein Ort der hundertprozentigen Sicherheit, wo Angst nicht existiert.
4. Die Lösung: Die Kränkung als Signal nutzen und zur Stille zurückkehren. Die Narzisstische Kränkung dient als Signal, dass du dich wieder mit der Persönlichkeit identifiziert hast. Die Praxis besteht darin, dieses Signal zu erkennen und dich dann (insbesondere in der Meditation) bewusst in die friedliche Stille zurückführen zu lassen. Aus dieser Haltung der inneren Stille kannst du die Situation reflektieren, mitfühlend auf die eigene Persönlichkeit (Maske und Gesicht) blicken und (idealerweise) aus dieser Ruhe heraus agieren, was dem Gegenüber den Raum gibt, sich weniger angegriffen zu fühlen. Konflikte sind dabei Übungsmöglichkeiten, um die Identifikation zu erkennen und sich davon zu lösen.
Thursday May 29, 2025
Meditation: In die absolute Sicherheit des Seins gleiten
Thursday May 29, 2025
Thursday May 29, 2025
In dieser Meditation werden folgende Phasen durchschritten:
Phase 1: Vorbereitung und Ankommen im Moment
Phase 2: Hinwendung zum Sein
Phase 3: Eintauchen in die Stille und Erfahren von Sicherheit
Phase 4: Rückkehr und Integration
Wednesday May 21, 2025
Meditation: "Der perfekte jetzige Moment"
Wednesday May 21, 2025
Wednesday May 21, 2025
Der erste Schritt konzentriert sich auf den Atem. Mit zwei, drei Atemzügen können wir auf die Luft achten, die in den Körper fliesst und wieder hinausfliesst. Es wird vorgeschlagen, sich vorzustellen, Entspannung einzuatmen und alle Anspannungen auszuatmen. Dies kann drei- bis viermal wiederholt werden.
Ziel ist es, zu spüren, wie der Körper weicher wird und der Atem tief in den Bauch strömt. Das achtsame Atmen kann befreiend sein und angenehme Gefühle auslösen.
Dadurch kann der stille, friedliche Teil immer stärker in den Vordergrund treten. Aus dieser friedlichen Stille heraus wird das Hier und Jetzt, der jetzige Augenblick, präsent und bewusst wahrgenommen.
Ein zentraler Punkt ist die Erkenntnis, dass der jetzige Moment alles ist, was es gibt. Er wird als still und perfekt beschrieben, und man wird eingeladen, dieses Hier und Jetzt zu sein und zu geniessen.
Wednesday May 14, 2025
Meditation: Kein Ziel - Keine Wünsche
Wednesday May 14, 2025
Wednesday May 14, 2025
Die Meditation beginnt mit dem Schliessen der Augen und dem Wahrnehmen der Welt durch alle Sinne. Dies führt dazu, dass man "im Hier und Jetzt" landet. Dieses "Hier und Jetzt" wird als ein in jedem Moment neuer, fortlaufender und sich verändernder Prozess beschrieben, in dem kein separates "Ich" mehr existiert, da alles "aus einem Guss" besteht. Man soll dem Fluss offen und ohne inneren Kommentar des Verstandes begegnen. In diesem Zustand ist alles perfekt, so wie es ist. Es gibt keine Wünsche oder Ziele mehr und alle scheinbaren Wahrnehmungsobjekte sind Teil eines Ganzen. Man verweilt für einige Minuten "als das Hier und Jetzt", um diesen Zustand zu verinnerlichen. Zum Abschluss werden die Augen langsam geöffnet, idealerweise ohne das "Hier und Jetzt" zu verlassen.
Thursday May 08, 2025
Meditation: Eins mit dem grossen Ganzen werden
Thursday May 08, 2025
Thursday May 08, 2025
Das Wesentliche dieser Meditation ist, zu bemerken, dass man nicht selbst atmet, sondern geatmet wird. Dieser Prozess geschieht ständig, von der Geburt bis zum Tod, unabhängig davon, ob man sich dessen bewusst ist oder nicht.
Dieses Bemerken des Geatmet-Werdens wird als ein eindrückliches und schönes Verfahren beschrieben, um sich mit dem "grossen Ganzen" zu verbinden. Es hilft, sich in dieses Ganze einzufügen und das Wunder des Lebens hautnah zu erfahren.
Beim Einatmen empfängt man Leben, und beim Ausatmen gibt man Leben wieder an die Umgebung und die Biosphäre zurück, deren Teil man ist. Die folgenden sechs Minuten dienen dazu, sich bewusst zu werden und zu erfahren, wie man sich mit jedem Atemzug tiefer mit dem grossen Ganzen verbindet, um schliesslich eins mit ihm zu werden.
Friday May 02, 2025
Friday May 02, 2025
Die Praxis des "Zurückgebens": Zentrales Thema ist die Vorstellung, die Körper-Persönlichkeit zurückzugeben. Dieses Wort wird als hilfreich beschrieben, da es sich leicht, versöhnlich und liebevoll anfühlt, ähnlich wie ein Schenken. Es hinterlässt kein Gefühl des Weniger-haben, sondern ein Gefühl von Freude. Dies wird dem technisch klingenden "Sich nicht mehr identifizieren" gegenübergestellt, was sich schwierig anfühlen kann.

Satyam Ahlaad
Einmal wöchentlich spricht Ahlaad aus der Stille zu Themen, die in der Satsanggruppe entstehen. Seine Sichtweise ist die nonduale. Er lebt in Zürich und führt mit seiner Partnerin das Yoga- und Meditationszentrum "Raum für Bewusst Sein" www.rfbs.ch.


